FC Seuzach vs. FC Amriswil 2:3 (2:3)
Sportplatz Rolli, Seuzach. 150 Zuschauer. SR: Jevremovic; Ivanov, Lettieri
Tore: 7. Eggmann 0:1, 15. Honegger, 1:1, 17. Bärlocher (P) 1:2, 26. Widmer 2:2, 30. Moser 2:3
FCS: Popp, Süsstrunk, Weibel, Tavares, Auer, Kradolfer, Lötscher, Di Nucci (34. Vögeli), Türkmen, Honegger (66. Gröbli), Widmer
FC Amriswil: Stadler, Perez, Niklaus, Germann, Kreis, Mandelli, Moser, Kryeziu (46. Krasniqi), Bärlocher (72. Arganese), Lämmler, Eggmann (90.+1 Hiseni)
Bemerkungen: Seuzach ohne Tempini, Kumbuesa, Dekhili (alle nicht eingesetzt), Ullmann, Kijametovic (beide verletzt), Schiendorfer, Dietz (beide krank), Migliaccio, Gillioz (beide abwesend); Amriswil ohne Fässler, Stern, Hasani, Schoch (alle nicht eingesetzt)
Verwarnungen: 51. Mandelli, 57. Widmer, 74. Arganese, 87. Tavares, 87. Kradolfer, 87. Perez
Zum Abschluss der Vorrunde gelingt dem FC Seuzach zum dritten Mal in Folge kein Sieg. Auch beim 2:3 gegen Amriswil wurde offensichtlich: Es fehlt an Power.
2:2 gegen Dübendorf, 0:3 in Kreuzlingen und am Samstag 2:3 gegen Amriswil: Die jüngsten Resultate Seuzachs waren enttäuschend. Sie bedeuten, dass der Absteiger aus der 1. Liga nach der Hälfte der Saison nur im Mittelfeld der Gruppe 6 liegt. Der Rückstand auf Leader Kreuzlingen beträgt schon zehn Punkte, der Vorsprung auf den Abstiegsstrich – ja, auch den sollte Seuzach im Auge behalten – nur sechs Zähler.
Gegen Amriswil geriet Seuzach in der ersten halben Stunde dreimal in Rückstand. Zweimal konnte die Mannschaft von Giuseppe Bruzzese und Christian Badertscher reagieren. Kevin Honegger, der nach einer Bänderverletzung zurück im Team war, und Patrick Widmer konnten zum 1:1 und zum 2:2 ausgleichen. Das Problem aber war: Nach dem 1:1 dauerte es nur zwei Minuten, ehe Amriswil wieder vorne lag, und vom 2:2 bis zum 2:3 vergingen ebenfalls nur vier Minuten.
"Wir haben zwei Probleme", analysierte Co-Trainer Bruzzese die Situation des Teams. "Zum einen sind wir physisch und mental nicht auf dem Niveau, das es auch in der 2. Liga interregional braucht." Er weiss auch, woran das liegt: "Die Trainingspräsenz ist einfach nicht gut genug. Nicht selten müssen wir Spieler der zweiten Mannschaft aufbieten, um überhaupt vernünftig trainieren zu können." So gebe es keinen Konkurrenzkampf. "Auf der Ersatzbank fehlen dann auch die Alternativen, gerade gegen physisch starke Teams wie Amriswil eines ist", erklärt Bruzzese. Nur zwei Wechsel nahm das Trainerduo vor, obwohl es wusste, dass mehr nötig gewesen wären.
Für den FC Seuzach bedeutete das in den letzten Partien: Die Mannschaft konnte zwar phasenweise Druck entwickeln, war technisch auch auf einem guten Niveau. Aber das reichte oft nicht, um die Spiele für sich zu entscheiden. Gerade gegen Teams wie Amriswil, die selber in einer prekären Situation sind und deshalb den Trainingsumfang erhöht haben.
Überhaupt ist zu sagen: Rennen, kämpfen und die Räume zustellen, das können in dieser Gruppe alle Mannschaften. In dieser Beziehung muss auch ein Erstliga-Absteiger wie Seuzach mindestens auf gleicher Höhe sein, um sich dann aufgrund seiner anderen individuellen Qualitäten durchsetzen zu können. Bei Seuzach ist das nicht der Fall, das hat Markus Wanner, der Vorgänger von Bruzzese und Badertscher, im Sommer schon festgestellt und auch da schon die mangelnde Trainingspräsenz kritisiert. Offenbar war die Situation nach dem Trainerwechsel nur eine kurze Zeit besser.
Und wenn dann noch individuelle Fehler hinzukommen, die Bruzzese als zweiten Grund neben der fehlenden Kraft als Ursache der Niederlage gegen Amriswil ausgemacht hat, dann verliert man eben, auch wenn man gefühlt 80 Prozent Ballbesitz hat. Klar ist: So sollte es nicht weitergehen bei Seuzach. "Wir müssen über die Bücher", fordert auch Bruzzese. Am nächsten Sonntag spielt Seuzach noch in der Qualifikation für den Schweizer Cup 2019/20 beim Tabellenletzten Dübendorf. Danach ist es Zeit, um nachzudenken. (Der Landbote)